FREIHEIT

Die Freiheit ist in ökologischen Gefügen eine physikalische Regelmäßigkeit

Beim Hören oder Lesen des Begriffes „Freiheit“ werden wohl die meisten heutigen Menschen nicht an konkrete physikalische Naturgesetze und mathematisch berechenbare Größen denken. Viel eher wird das Wort unkonkreten Kategorien etwa der Philosophie zugeordnet. Dabei ist die mathematische Behandlung von Freiheitsgraden in vielen Feldern der Physik alltäglich. Das betrifft bereits die klassische Mechanik und reicht bis zur Molekularphysik und Quantenphysik. Es gibt mathematische Zeichen, wie f und df (degree of freedom) und gängige Formeln. Freiheitsgrade beschreiben beispielsweise die Bewegungsmöglichkeiten eines Elektrons im Raum sowie seinen inneren Freiheitsgrad, den Spin. Sobald es aber um belebte Materie geht, mithin um Organismen in Ökosystemen, wird solches nur noch selten angewendet. Dabei liegt in diesem Bereich sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht ein praktisch unerschöpfliches Anwendungsfeld.

In belebter Materie lassen sich so viele verschiedene Freiheitsgrade definieren und hinsichtlich ihrer quantitativen Höhen ermitteln, dass dagegen die Menge der möglichen Anwendungen weit über denen in allen anderen Bereichen der Physik liegt. Werden diese Berechnungen zusammengeführt, so kommen fundamentale Regelmäßigkeiten zum Vorschein, welche an die Mechanismen des in der Sektion Evolution behandelten Naturgesetzes der freien Evolution anschließen. Eine gesamtheitliche Theorie zur physikalischen Struktur der Freiheitsgrade in ökologischen Gefügen wird aktuell im ZEIS Institut für ökologische Aufklärung erarbeitet. Folgend geht es um eine leicht verständliche Annäherung an die Tatsache, dass der Freiheitszustand in Ökosystemen ein weithin dominierender und auch mathematisch darstellbarer physikalischer Parameter ist. Dabei wird auch beispielhaft gezeigt, wie sich konkrete Beobachtungen in mathematische Formeln überführen lassen.

Eine begleitende Untersuchung in realen Ökosystemen kann das Verständnis wesentlich unterstützen. Es wird deswegen jedem Leser empfohlen, dies auch selbst zu versuchen. Der Einstieg ist nicht kompliziert und bedarf auch keines tieferen Fachwissens. Jeder Laie kann die Freiheit mittels einer eigenen kleinen empirischen Beobachtung ganz praktisch als physikalische Regelmäßigkeit der Ökosysteme entdecken. Und dann wird bereits eine Auswertung der Ergebnisse mittels Anwendung der gleichen mathematischen Formeln möglich, wie sie auch in anderen Bereichen der Physik genutzt werden.

Der Einstieg in das Erkennen der Freiheit als physikalische Regelmäßigkeit belebter Materie funktioniert am leichtesten anhand der komplexesten Organismen, nämlich den Wirbeltieren. Das sind also die Vögel, Säugetiere, Amphibien, Reptilien und Fische. Ein einfache, aber starke empirische Evidenz lässt sich bereits vorab im Ausschlussverfahren ermitteln. Und zwar findet sich in dem Fundus sämtlicher wissenschaftlicher Beschreibungen zu den rund 70.000 bekannten Spezies der Wirbeltiere des Planeten Erde kein einziges empirisch nachgewiesenes Beispiel, in dem eine Spezies eine andere dauerhaft kontrolliert. Für eine direkte empirische Herleitung benötigt es aber konkrete Beobachtung. Und genau darum wird es jetzt gehen.

Man reserviert sich für die Untersuchung am besten mindestens ein paar Stunden, besser aber einen ganzen Tag und geht in die Natur. Die dort zu beobachtenden Objekte sind ausnahmslos alle (nichtmenschlichen) Wirbeltiere, vollkommen egal welcher Spezies sie zugehören. Zur Betonung: Die Konzentration auf die Wirbeltiere ist nur eine hilfsweise Einschränkung, da die gegenständlichen Regelmäßigkeiten bei ihnen am leichtesten erkennbar werden. Die Freiheit als physikalischer Parameter ist über das gesamte ökologische Gefüge annähernd gleich.

Ideal ist es, wenn die beobachteten Wirbeltiere möglichst nicht durch Menschen beeinflusst sind, sie also nicht etwa durch Fütterung unterstützt werden. Nun kommt es darauf an, bei allen beobachteten Individuen gezielt darauf zu achten, ob es irgendetwas gibt, das gegen ihre vollständige Bestimmung über sich selbst spricht. Es müsste also erkennbar sein, dass irgendeine Reaktion oder irgendeine Bewegung nicht durch die Entscheidung des betreffenden Tieres zum eigenen Nutzen oder dem des Nachwuchses oder der eigenen Population entsteht, sondern von einer anderen Lebensform erzwungen wird. Und als Ergänzung wäre das Schema der Einschränkung auch erfüllt, wenn die freie und somit selbstbestimmte Entfaltung des Tieres durch eine Krankheit oder Verletzung deutlich erkennbar reduziert ist.

Der Hintergrund der Vorgehensweise liegt auch in der Kernbedeutung des Begriffes „Freiheit“ an sich. Das Wort entstammt dem altgermanischen „fri halsa“, womit ausgedrückt wurde, dass ein Individuum „über seinen Hals selbst bestimmt“. Auch in anderen Sprachfamilien kristallisierten sich Freiheitsbegriffe mit der immer gleichen Bedeutung heraus: Die Selbstbestimmtheit. Mechanisch betrachtet bestimmt also der betreffende Organismus mittels seiner Entscheidungen, Reaktionen und Handlungen im eigenen Interesse über sich selbst. Dies passiert automatisch und ist unabhängig etwa von kognitiven Fähigkeiten. Auch Bakterien oder Pflanzen bestimmen jeweils ihre Entscheidungen und Reaktionen im eigenen Interesse selbst.

Das Ergebnis einer systematischen Untersuchung ist immer gleich

Das Ergebnis der Untersuchung anhand der Wirbeltiere wird – in der realen Natur – immer gleich sein, egal wo auf dem Planeten sie durchgeführt wird. Es ist also egal, ob die systematische Beobachtung etwa beim Wandern in Wäldern und an Flüssen jeglicher klimatischer Zonen oder beim Schnorcheln in tropischen Korallenriffen oder in sonstigen Gewässern stattfindet – die physikalische Regelmäßigkeit ist generell gleich vorhanden. Sie besteht darin, dass die Handlungen der beobachteten Individuen sämtlicher Spezies (jeweils im Mittel) annähernd absolut auf ihren eigenen Entscheidungen und der Entfaltung der ihnen angeborenen Merkmale zu ihrem eigenen Nutzen beruhen. Hinsichtlich dieses eigenen Nutzen ist eine Erweiterung auf den des eigenen Nachwuchses, der eigenen Population oder des jeweiligen Sozialgefüges möglich.

Umso öfter man solche praktischen und systematischen Untersuchungen durchführt, desto deutlicher wird erkennbar, dass es sich hier nicht um Zufälligkeiten handeln kann, sondern dass die Freiheit tatsächlich annähernd absolut der gemeinsame Nenner der Existenzen der verschiedenen Tiere und somit eben eine zentrale Regelmäßigkeit in ihrem natürlichen Dasein ist. Auch lässt sich dann bereits folgern, dass dies schon immer so gewesen sein muss, seit es auf der Erde Wirbeltiere gibt, also über etwa eine halbe Milliarde Jahre hinweg und ebenfalls ortsunabhängig auf dem gesamten Planeten.

Vor der systematischen Untersuchung in einem realen Ökosystem mag es noch Zweifel geben. Man könnte beispielweise diffus annehmen, dass doch das Leben der Amsel im Wald irgendwie von den räuberischen Fressfeinden bestimmt sei und somit doch diese Raubtiere gewissermaßen die Handlungen der Amsel als potenzielle Beute bestimmen. Betrachtet man nun aber eine Szene, bei der eine reale Amsel von einer Wiese auffliegt und flüchtet, weil sie einen sich annähernden Habicht entdeckt, so wird es nichts geben, das gegen die absolute und eigennützliche Selbstbestimmung dieser Reaktion spricht. Der Habicht würde selbstverständlich eine völlig andere Reaktion der Amsel bevorzugen, aber er kann sie nicht herbeiführen, weil die Amsel im Zustand der Freiheit ist. Die Amsel hat also mit dieser Fluchtreaktion in ihrem eigenen Interesse zu 100 Prozent und somit absolut über sich selbst bestimmt. Folglich hat der Habicht wiederum diese Reaktion im Sinne des eigenen Nutzens zu null Prozent bestimmt.

Einschränkungen des Freiheitszustandes sind in ökologischen Gefügen nur kleine Randerscheinungen

Erst wenn man nun beobachten würde, dass der Habicht Erfolg hat und es schafft, die Amsel zu greifen, dann wird damit tatsächlich eine Einschränkung ihrer Freiheit entdeckt. Denn nun befindet sie sich in der Gewalt des Fressfeindes und kann nicht mehr über sich selbst bestimmen. Allerdings kommt genau mit diesem Aspekt die äußerste Bedeutung der praktischen und systematischen Beobachtung in der Realität zutage: Nach einiger Zeit wird automatisch begreifbar, dass die Zeiträume dieser tatsächlichen Einschränkungen bis zum Eintritt des Todes in der Relation zu dem Zustand der Freiheit durchschnittlich verschwindend klein sind.

Diese Erkenntnis entsteht, wenn man vielleicht schon fast einen ganzen Tag durch die Natur gewandert ist, dabei tausende Vögel und andere Wirbeltiere beobachtet hat, aber immer noch keine Szene finden konnte, in der ein Individuum gerade in den Fängen eines Fressfeindes war. Das entsprechende Sterben verläuft in einem gesunden Ökosystem durchschnittlich so schnell, dass es nur einen winzig kleinen Bruchteil der Realität ausmacht.

Die Winzigkeit dieses Bruchteils lässt sich auch mathematisch nachvollziehen und dann wird verständlich, warum man bei der systematischen Beobachtung wahrscheinlich einen ganzen Tag durch die Natur gewandert ist und tausende frei entfaltete Vögel entdeckte ohne auch nur einen einzigen Vogel in den Fängen eines Fressfeindes sterben zu sehen. Mit der Amsel als Muster zur Veranschaulichung könnte diese zum Beispiel nach einem Jahr im Zustand der Freiheit von einem Habicht erbeutet werden.

Wenn nun dieser Vorgang vom körperlichen Erstkontakt bis zum Eintritt des Todes zwei Minuten dauert, dann beträgt dieses Verhältnis 262.800 zu 1. Die Amsel hatte also 525.600 Minuten ihrer physischen Gesamtorganisation selbstbestimmt entfaltet und es gab nur zwei Minuten der Einschränkung dieser Entfaltung während des abschließenden Todeskampfes. Man müsste somit ein ganzes Jahr lang Tag und Nacht ununterbrochen die Augen auf die Amsel richten, um dann endlich zwei Minuten der Einschränkung ihrer Freiheit durch ein anderes Lebewesen sehen zu können.

Diese Analyse kann nun für eine erste Berechnung eines Freiheitsgrades df nach den Methoden der Physik verwendet werden. Dabei werden die Hemmnisse und Einschränkungen der Freiheitszustände einer bestimmten Spezies durch eine andere bestimmte Art ermittelt. Das so entstehende Ergebnis ähnelt bereits jenen, die bei Wiederholung der Untersuchung anhand anderer Räuber-Beute-Gefüge herauskommt. Und dadurch kristallisiert sich ein allgemeiner Wert df heraus, der wahrscheinlich in jedem auf dem Element Kohlenstoff basierenden Ökosystem annähernd gleich ist – und zwar in Bezug auf alle verschiedenen Lebensformen und alle deren Wechselwirkungen.

Folgend also die punktuelle Berechnung. Wir multiplizieren die Ergebnisse zum Zwecke der besseren Veranschaulichung stets mit 100, sodass der Endwert df zu einem ein gut greifbaren Prozentwert wird. Die Übersichtlichkeit ist wichtig, denn umso mehr Wechselwirkungen einbezogen werden, desto umfangreicher sind die Berechnungen der Freiheitsgrade.

Der potenzielle Maximalwert ist immer 100% (df = 100% = uneingeschränkte Freiheit). Der Freiheitsgrad liegt also stets zwischen 0 bis 100 als geschlossenes Intervall unter Einbeziehung der Randwerte 0 und 100. Somit ergeben sich bezogen auf die durchschnittliche Amsel und hemmende Wirkungen des Fressfeindes Habicht folgende Formel, Positionen und Berechnung:

Formel:df=FTTx100=df(%)Formel:df =\frac{FT}{T} x 100 = df \,(\%)

Gesamtlebensdauer (T) T= 525.600 Minuten
Zeit unter Einschränkung (E): E = 2 Minuten
Freie Lebenszeit (FT): FT = T – E = 525.600 – 2 = 525.598 Minuten

df=525.598525.600x100=99,99619(%)df =\frac{525.598}{525.600} x100= 99,99619\, (\%)

Der annähernd absolute Grad der Freiheitszustände in ökologischen Gefügen ist also in Bezug auf die Räuber-Beute-Beziehungen von Wirbeltieren auch mathematisch gut erkennbar. Dass solche Ermittlungen im System der Zivilisation kaum oder gar nicht angewendet werden, obwohl sie einen wichtigen Teil der Realität betreffen, liegt grundsätzlich in psychologischen Verdrängungsmechanismen. Denn würde man solche Berechnungen vornehmen, dann ließe sich kaum vermeiden, sie auch an den „Nutztieren“ anzulegen, die über ihre gesamte Existenz vom Fressfeind Mensch in Gefangenschaft gehalten werden. Der Wert FT beträgt dann null. Nehmen wir etwa an, dass die Gesamtlebensdauer eines betreffenden Individuums wie bei der Amsel ebenfalls 12 Monate beträgt, was beispielweise auf die Lebensdauer von sogenannten „Legehennen“ ungefähr zutrifft, dann ergibt sich:

Gesamtlebensdauer (T) T= 525.600 Minuten
Zeit unter Einschränkung (E): E = 525.600 Minuten
Freie Lebenszeit (FT): FT = T – E = 525.600 – 525.600 = 0 Minuten

df=0525.600x100=0(%)df =\frac{0}{525.600} x 100 = 0\,(\%)

Ein solcher Wert df = 0 ist in einem ökologischen Gefüge eigentlich grundsätzlich ausgeschlossen. Das betrifft nicht nur Tiere, sondern alle Lebensformen. Denn da das in der Sektion Evolution beleuchtete fundamentale Naturgesetz der freien Evolution es unmöglich macht, dass eine Spezies jegliche Merkmale einer anderen generationsübergreifend erzwingt und sie dadurch kontrolliert, entsteht jede neue Generationen der letzteren immer wieder mit einem Anfangswert größer als null (df = >0). Das würde also sogar dann zutreffen, wenn sämtliche Individuen einer Population wenige Sekunden nach der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle (oder bei Einzellern nach der Zellteilung) unter die bestimmende Kontrolle einer anderen Spezies gerieten.

Krankheit und Siechtum sind unter freien Tieren Seltenheiten

Wer die systematische und gezielte Untersuchung in der Realität ausgiebig durchführt, der gewinnt sogleich auch die Grundlage zur Berechnung einer weiteren Kategorie der Freiheitsgrade in ökologischen Gefügen: Und zwar sind auch solche Einschränkungen der Freiheitszustände, die etwa durch Krankheit oder Verletzung entstehen, in der zeitlichen Relation zur freien und gesunden Entfaltung in einem intakten Ökosystem durchschnittlich so klein, dass sie ebenfalls nur einen winzigen Bruchteil ausmachen und entsprechend selten entdeckt werden können.

Konkret bedeutet dies also, dass man in der ganztägigen Wanderung durch das ökologische Gefüge unter Tausenden bezeugten Wirbeltieren vielleicht allenfalls einige wenige Exemplare finden konnte, die in dieser Hinsicht erkennbar eingeschränkt waren. Auch dieses Ergebnis der Beobachtung ist kein Zufall, sondern eines, das auf jenen physikalischen Regelmäßigkeiten beruht, die überall sämtliche Ökosysteme ordnen – und seit den Anfängen des Lebens geordnet haben.

Man müsste also auch stundenlang im tropischen Korallenriff schnorcheln um dann – wenn überhaupt – vielleicht einen oder zwei solcher in ihrer Entfaltung eingeschränkten Fische zu finden. Und so ist es ebenfalls mit den Gazellen in Afrika, den Fröschen am Tümpel und jeglichen anderen Wirbeltieren auf dem gesamten Planeten.

Die Zusammenhänge werden nun komplexer, weil mehrere verschiedene Freiheitsgrade zusammengeführt werden müssen. Der Habicht kommt dabei gleich wieder ins Spiel. Wir bleiben zunächst bei der Amsel als unserem „Mustervogel“. In seiner aktuell aus 1000 Individuen bestehenden Population grassiert das pathogene Virus XY. Bricht die von diesem ausgelöste Krankheit bei einer Amsel aus, so nimmt deren allgemeiner Freiheitsgrad zügig ab. Von noch 100 Prozent vor dem Ausbruch geht es abwärts, bis der Vogel nach 24 Stunden stirbt. In dieser Zeitspanne ist die Amsel hinsichtlich ihres physischen Allgemeinzustandes sichtbar eingeschränkt und ihr Freiheitsgrad beträgt nur noch durchschnittlich 20 Prozent. Von den 1000 Individuen erkranken jeden Tag 2 Individuen. Nach Ablauf von 365 Tagen sind also nur noch 270 Individuen am Leben, alle anderen wurden durch XY getötet. Und nun berechnen wir den durchschnittlichen Freiheitsgrad der Amseln in diesem einen Jahr.

Folgend die Berechnung in ihren fünf Schritten. Das Endergebnis ist der durchschnittliche Freiheitsgrad dfavg (degree of freedom on average):

Nt=10002tN_t = 1000 – 2t
Dt=(Nt2)100%+220%D_t = (N_t – 2)\cdot 100\% + 2\cdot 20\%
SN=t=0364Nt=365100023643652=SN=232140S_N = \sum_{t=0}^{364} N_t = 365 \cdot 1000 – 2 \cdot \frac{364 \cdot 365}{2} = S_N = 232140
Sdf=100%SN160%365S_{df} = 100\% \cdot S_N – 160\% \cdot 365
dfavg=SdfSN=100%160%365SN=100%160365232140%=dfavg99.7486(%)df_{\text{avg}} = \frac{S_{df}}{S_N} = 100\% – \frac{160\% \cdot 365}{S_N} = 100\% – \frac{160 \cdot 365}{232140}\% = df_{\text{avg}} \approx 99.7486\,(\%)
dfavg99.7486(%)df_{\text{avg}} \approx 99.7486\,(\%)

Mit etwa 99,75 Prozent nähert sich der durchschnittliche Freiheitsgrad also auch hier deutlich dem Absolutwert von 100 Prozent an, obwohl über das Jahr hinweg der größte Teil der Amseln durch die Viruserkrankung stirbt und nach 365 Tagen nur noch 27 Prozent der Population am Leben sind. Dieser nahe am Maximalwert liegende Freiheitsgrad ist schonmal ein Teil des Grundes dafür, dass wir in der Realität fast nur gesunde und freie Amseln sehen konnten.

Und nun kommt der Habicht wieder ins Spiel. Dieser steht jetzt stellvertretend für alle potenziellen Fressfeinde der Amsel, also auch etwa Bussarde, Falken und Füchse sowie nachts jagende Eulen und Marder. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird einer davon die durchschnittliche erkrankte Amsel weit vor Ablauf der 24 Stunden töten und fressen, sodass der durchschnittliche Freiheitsgrad der Population sich entsprechend weit über den eben errechneten Wert von rund 99,75 Prozent erhöht. In einem nicht von der menschlichen Zivilisation beeinflussten ökologischen Gefüge wird er wahrscheinlich zumeist oberhalb von 99,9 Prozent liegen.

Die Straffheit eines ökologischen Gefüges wirkt nicht gegen die hohen Freiheitsgrade, sondern sichert sie ab

Das ökologische Gefüge trägt also in sich den Parameter einer hohen Straffheit, durch den Zustände von Krankheit und daraus hervorgehendem Siechtum so schnell durch das Absterben beendet werden, dass sie nur minimale Randerscheinungen sind. Auf den ersten Blick könnte jetzt vielleicht die irrtümliche Annahme entstehen, dass diese enorme Straffheit dann ja bewirken müsse, dass zum Beispiel die bei dem Untersuchung beobachteten Fische oder Vögel doch unter einer Form ständigen Druckes existierten, der doch irgendwie ihre Freiheit als Individuen einschränke. Dies ist aber nicht der Fall. Denn solange das Lebewesen gesund und im Vollbesitz seiner Bestimmung über sich selbst ist, solange werden seine über die vielen Millionen Jahre der Evolution entstandenen Merkmale annähernd vollständig entfaltet und das Bestehen des vermeintlichen Druckes ist sogar ein sehr wichtiger Teil dieser freien Entfaltung.

Das kann man sich zum leichteren Verständnis hilfsweise so ähnlich vorstellen, wie bei einem sehr fähigen und leidenschaftlichen Motorradfahrer. Er fährt zwar mit hoher Geschwindigkeit, aber auch mit sehr großer Präzision durch die Kurven. Die Gefahrengrenze liegt dabei ständig nur wenige Zentimeter von ihm entfernt und jeder noch so kleine Fehler könnte zu seinem sofortigen Tod führen. Aber auf Anfrage wird er immer sagen, dass es genau diese Zeitspannen sind, in denen er sich als vollständig frei entfaltet empfindet, und dass es keinen Zustand gibt, in dem er seine Existenz mehr genießen könnte.

Und so beherrscht also auch ein freies und gesundes Wirbeltier im ökologischen Gefüge und der gesamten Biosphäre durch die Entfaltung seiner evolutionären und ihm angeborenen Merkmale in ständiger Selbstbestimmung etwa jene alltäglichen Gefahren, die von den Fressfeinden ausgehen. Das Immunsystem und andere Einrichtungen seines Körpers erwehren sich mit ausreichendem Erfolg der unzähligen in der Umwelt oder gar auf und in ihm existierenden Parasiten. Der Organismus ist angepasst an Temperaturen, Feuchtigkeit und alle anderen klimatischen Faktoren des Lebensraumes.

Wenn dieses selbstbestimmte und somit freie Leben nicht mehr möglich ist, dann wird es in der Regel zügig enden, bevor langes Siechtum, Leid und Elend entstehen können. Dabei ist es aber für das richtige Verständnis sehr wichtig zu beachten, dass es in der Natur keinerlei dem lebendigen Individuum übergeordnete Systematik gibt, die dieses Ende in irgendeiner Weise bestimmt. Sondern zur richtigen Einordnung des physikalischen Zusammenhanges muss die Betrachtung genau umgekehrt werden. Hierzu lässt sich als Verständnisbrücke vorstellen, dass die Freiheit als physikalischer Zustand quasi das Leben ist. Und wenn sie, also die physikalische Freiheit, aufhört, dann endet eben auch das physische Leben.

Das Erkennen der regelmäßigen Freiheit anhand der Insekten

Wer die empfohlene Untersuchung in der Realität durchgeführt hat, der wird nun also schonmal anhand der Wirbeltiere ein gutes Gespür für die zentrale Regelmäßigkeit der Freiheit in ihrer Existenz erlangt haben. Um darauf aufbauend die Erkenntnis auch auf den Gesamtzusammenhang eines Ökosystems zu erweitern, benötigt es etwas mehr Aufwand, weil die Dinge schon in den Tierklassen der Insekten und Weichtiere viel komplizierter werden. Und erst recht gilt dies für Pflanzen, makroskopische Pilze und Mikroorganismen.

Das aber bedeutet nicht, dass die Freiheit bei diesen Formen des Lebens keine zentrale Regelmäßigkeit wäre. Sie ist es auch bei ihnen, völlig egal um welche Spezies es geht. Um das hier noch mal ein wenig weiter zu führen, eigenen sich die Insekten und somit die mit weitem Abstand größte Fraktion innerhalb des Tierreiches.

Dass das Erkennen der physikalischen Regelmäßigkeit der Freiheit bei den Insekten nicht ganz so leicht ist wie bei den Wirbeltieren, liegt unter anderem daran, dass von ihnen eine so große Vielzahl existiert, dass der ebenfalls im Durchschnitt nahe null liegende Anteil der Einschränkungen entsprechend viel öfters entdeckt werden kann. Erst in der mathematischen Reflexion zeigt sich, dass es im Grunde keinen wesentlichen Unterschied hinsichtlich der stets annähernd absolut hohen Freiheitsgrade gibt.

Der an einem Teich sitzende Beobachter könnte zum Beispiel den Blick auf die am Ufer aufgezogenen Spinnennetze richten. Er sieht dann vielleicht viele Eintagsfliegen, die sich darin verfangen haben. Und nun denkt er, dass bei dieser Art ja wohl regelmäßig ein relativ schlechtes Verhältnis zwischen der selbstbestimmten freien Entfaltung und dem von einem Fressfeind verursachten Sterbeprozess liegen müsse. Aber er würde dabei einer Täuschung unterliegen.

Auch die durchschnittliche Eintagsfliege ist annähernd absolut frei

Der gesamte Lebenszyklus der Eintagsfliegen (Ephemeroptera) enthält als zeitlichen Hauptteil ein Larvenstadium, das je nach Spezies von einem bis vier Jahren andauert. Diese Larven besitzen Beine und führen im Wasser ein selbstbestimmtes und im Übrigen auch sehr aktives Leben. Sie jagen und sammeln, weichen Fressfeinden aus und tun eben das, was sonst noch zur freien Entfaltung der evolutionär entstandenen und ihnen angeborenen Merkmale dazugehört. Sogar wenn ein solches Tier dann später nach der Metamorphose als nun geflügeltes Exemplar noch eine halbe Stunde im Spinnennetz verheddert lebt, bevor die Spinne es tötet oder die Anstrengung den Organismus kollabieren lässt, so würde das Verhältnis bei einem insgesamt zweijährigen Individuum immer noch 35.040 zu 1 zugunsten der freien Entfaltung liegen.

Ein recht niedriger Wert, dessen Durchschnitt allerdings von jenen noch viel zahlreicheren Exemplaren, die in Sekundenschnelle etwa von Vögeln oder Fledermäusen getötet werden, in die Höhe geht. Und ganz ähnlich ist es auch mit anderen Fluginsekten, deren offensichtlicher und relativ langer Sterbeprozess in einem Spinnennetz einem nicht systematisch vorgehenden Beobachter besonders auffällt, während sich die allermeisten ihrer Artgenossen – bei den Eintagsfliegen mitunter mehrere Millionen auf einem Hektar – derweil in der Umgebung in oft sehr großer Zahl frei entfalten und deren Tod, falls sie etwa von Schwalben erbeutet werden, fast blitzartig schnell kommt. Auch für Fliegen, Bienen, Wespen und Käfer liegen also die gegen ihre freie Entfaltung gerichteten Wirkungen (Hemmnisse gegen Freiheitsgrad df) der räuberischen Fressfeinde in einem sehr weit gegen null gehenden Bereich.

Verfälschungen und Irrtümer rund um die staatenbildenden Ameisen, Beispiel 1: Die Blattläuse sind keine „Milchkühe“

Für Verwirrung bei dem Verständnis der Freiheit als zentrale Regelmäßigkeit des ökologischen Gefüges können auch bestimmte Fehlinformationen über einige Verhältnisse unter Beteiligung staatenbildender Ameisen sorgen, die deswegen hier kurz beleuchtet werden. Recht einfach ist die Auflösung zu dem weit verbreiteten Irrtum, dass doch einige Ameisenarten Wurzelläuse und Blattläuse „halten“ und „melken“ würden, somit die Läuse sich nicht im Zustand der annähernd absoluten Freiheit befänden.

Tatsächlich haben sich die betreffenden Läusearten selbst oft schon vor vielen Millionen Jahren darauf spezialisiert, bestimmte Ameisenspezies mittels einer evolutionären Anreicherung spezieller Zuckerstoffe, den Melezitosen, in den für sie selbst nutzlosen Fäkalien gezielt anzulocken, um sich so Nutzen in Form aggressiver Leibwächter, Umträger oder sogar Winterwirte zu sichern. In der Fachwelt der Insektenforscher spricht man auch nicht von „halten“ der Blattläuse durch die Ameisen, sondern von „besuchen“. Lausspezies, denen aus irgendwelchen Gründen durch die Ameisenbesuche aktuell mehr Nachteile als Nutzen entstünden, können den Anteil der für die Ameisen besonders attraktiven Formen der Melezitose in den Fäkalien bereits innerhalb relativ weniger Generationen so weit reduzieren, dass sie kaum oder gar nicht mehr besucht werden.

Es geht hier also auch keineswegs um „Milch“ und um wirkliches „Melken“. Aber diese Irreführung macht schnell deutlich, warum zumindest unter Laien trotzdem massenhaft und auch sehr eifrig davon geschrieben und gesprochen wird, dass die Blattläuse gemolken und gehalten würden: Es handelt sich um den Versuch die Widernatürlichkeit der vor ein paar Jahrtausenden begonnenen dauerhaften Kontrolle der „Milchkühe“ quasi zu legitimieren. Deren Milch ist keine für sie nutzlose Fäkalie, mit der sie die Menschen anlocken, sondern sie ist in der Frühgeschichte der Säugetiere vor über 200 Millionen Jahren zu dem einzigen Zweck entstanden, den eigenen Nachwuchs zu nähren. Und bei den individuellen und durchschnittlichen „Milchkühen“ liegt der Freiheitsgrad df grundsätzlich bei null und somit einem in ökologischen Gefügen eigentlich unmöglichen Wert .

Verfälschungen und Irrtümer rund um die staatenbildenden Ameisen, Beispiel 2: Die „Sklavenameisen“ sind keine wirklichen Sklaven

Ein anderes Beispiel der Irreführung rund um staatenbildende Ameisen betrifft die Beziehungen sogenannter „Sklavenhalterameisen“ und „Sklavenameisen“. Diese werden als eine Form des Sozialparasitismus definiert, wobei sich die Tendenz der Fachwissenschaftler mittlerweile in Richtung sehr komplexer, ebenfalls viele Millionen Jahre alter mutualistischer oder gar obligatorischer Symbiosen zwischen den immer gleichen Spezies bewegt. Es geht darum, dass die Soldaten bestimmter Ameisenarten die Völker anderer, stets gleicher Ameisenarten überfallen, um deren Puppen zu rauben. Diese Larven werden dann in das eigene Volk integriert und sorgen dort später nach der Metamorphose für die Pflege des Nachwuchses der Königin. Dass hierbei trotzdem keine wirkliche Einschränkung der Freiheit stattfindet, liegt zunächst daran, dass die Entfaltung der betroffenen Arbeiterinnen in ihrem eigenen Volk praktisch genauso verlaufen wäre, indem sie – entsprechend ihrer angeborenen Merkmale und Eigenschaften – für den Nachwuchs gesorgt hätten.

Dass das Thema es in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so weit gebracht hat, wie die berühmte Irreführung rund um die Ameisen-Blattlaus-Beziehung hat mehrere Gründe. Einer davon liegt in der Aufklärung durch einige Experten wie den weithin als einer der kompetentesten Forscher rund um das Phänomen der sogenannten Sklavenhalterameisen geltenden Evolutionsbiologen Edward O. Wilson. Er hatte bereits 1975, nach langjähriger Beobachtung verschiedener Arten auf mehreren Kontinenten, etwas dokumentiert, das die Annahme eines Sklavendaseins im Sinne des Wortes sinnlos macht: Die vermeintlichen Sklavenameisen sind nämlich nicht nur vollständig in das Sozialgefüge des Volkes der Sklavenhalterameisen integriert und entfalten dort ihre evolutionären Merkmale. Sondern sie besitzen in der sozialen Rangfolge einen Status, der mindestens auf gleicher Höhe, oft aber sogar über dem jener Soldaten liegt, die sie einst als Puppen geraubt haben.

Es handelt sich also allenfalls um eine Form der Zwangsadoption. Und verglichen mit der Existenz der Arbeiterinnen in dem originalen Volk, ist somit die Abhaltung von der Entfaltung der evolutionären Merkmale und die Selbstbestimmung entweder gar nicht, oder wenn, dann wieder nur in einem weit gegen null gehenden Ausmaß gegeben.

Auch die Untersuchung der Pflanzen und Mikroorganismen führt zu dem immer gleichen Ergebnis

Die bis hierhin reflektierten Zusammenhänge lassen erkennen, dass es im Grunde egal ist, an welcher Stelle des ökologischen Gefüges eine Beobachtung ansetzt – man wird nie eine Stelle finden, an der die physikalische Regelmäßigkeit der Freiheit nicht bis durchschnittlich annähernd absolut vorhanden ist. Ein vermeintlich paradoxes Phänomen dieser Reflexion besteht darin, dass sich die Regelmäßigkeit an den komplexesten Organismen des Gefüges am deutlichsten herauskristallisiert, während sie mit relativ abnehmender – aber stets unbeherrschbar hoch bleibender – Komplexität unschärfer zu werden scheint. Dabei ist aber im Grunde nur so, dass etwa in Bereichen der Pflanzen oder Mikroorganismen der notwendige Aufwand zur Erkennung wesentlich größer wird als bei den leicht beobachtbaren Wirbeltieren. Die Zusammenhänge werden dort komplizierter und ihre Reflexion entsprechend umfangreicher. Aber man wird nie ein Beispiel finden, indem die durchschnittlichen Existenzen in irgendeiner Spezies über längere Zeiträume nicht annähernd absolut im Zustand der physikalischen Freiheit stattfinden. Diesbezügliche Einschränkungen können nur temporär über relativ kurze Zeitstrecken vorhanden sein. Längerfristig führen sie entweder zum evolutionären Ausweichen oder, falls dies nicht möglich ist, zum zügigen Aussterben der betroffenen Population.

FAZIT: An den Wirbeltieren kann bereits der Laie erkennen, dass die Freiheit im Sinne des Wortes, also die selbstbestimmte Entfaltung des Individuums, bei allen derer Spezies eine zentrale physikalische Regelmäßigkeit ist. In der Realität des ökologischen Gefüges (abseits der Wirkungen der menschlichen Zivilisation) lässt sich kein Ansatz irgendeiner Form von dauerhafter Unterwerfung zwischen verschiedenen Arten nachweisen. Darüber hinaus ist auch der Anteil solcher Individuen, die etwa durch Krankheit oder Verletzung in ihrer selbstbestimmten Entfaltung eingeschränkt sind, über alle Arten der Wirbeltiere hinweg stets eine relativ minimale Randerscheinung, weil schon kleine Abweichungen vom Zustand der Freiheit – ebenfalls regelmäßig – zum durchschnittlich zügigen Absterben führen. Diese Feststellungen anhand der Wirbeltiere beziehen sich quasi auf die Oberfläche der physikalischen Zusammenhänge rund um die Freiheit. An den komplexesten Lebensformen werden sie also nur besonders klar ersichtlich. Mathematische Berechnungen der durchschnittlichen Freiheitsgrade nach den Methoden der Physik lassen erkennen, dass diese bei allen Lebensformen in ökologischen Gefügen stets nahe am Absoluten liegen.