Lösungskonzepte

Die im ZEIS Institut für ökologische Aufklärung erarbeiteten Lösungskonzepte zur geordneten Umkehr des zivilisatorischen Systems in der laufenden Situation einer evolutionären Sackgasse unterliegen ständigen Anpassungen. Mittlerweile haben sich aber wesentliche Eckpunkte verfestigt, was auch an einigen guten Vorschlägen im Rahmen des ZEIS Förderprogrammes lag.

Folgend sind die auf dieser Grundlage erkannten drei konkreten Hauptschritte einer geordneten „Notbremsung“ kurz zusammengefasst. Daran anschließend werden die absehbaren Wirkungen dieser drei Schritte reflektiert. Alles wird als Idealform skizziert, um so festzustellen, dass es jedenfalls theoretisch auch jetzt noch möglich wäre, die weit fortgeschrittene Situation zügig und geordnet zu entschärfen. Ob die Chancen einer hinreichenden Umsetzung vielleicht nur noch sehr gering sind, oder solche etwa erst nach einem Teilkollaps des zivilisatorischen Systems überhaupt realistisch werden könnten, wird dabei nicht berücksichtigt. Zuletzt gibt es noch einige wichtige Anmerkungen.

Hier also die Hauptschritte, jeweils in der angestrebten Idealform:

1. Umfassender Umbau und Neuausrichtung der akademischen Naturwissenschaften. Aufnahme der bisher unberücksichtigten physikalischen Naturgesetze in belebter Materie als neues Zentrum der empirischen Physik. Das gilt insbesondere für das Naturgesetz der freien Evolution und die regelmäßigen Freiheitsgrade in ökologischen Gefügen. Diese müssen als neue Hauptfelder in die Mitte der akademischen Physik gerückt und dort mit oberster Priorität behandelt werden. Heutige Schwerpunktthemen, wie etwa die Teilchenphysik, sind nachrangig zu stellen. Da sie keine existenzielle Bedeutung haben, sollten Teile ihrer bisherigen Ressourcen in das neu aufzubauende Schwerpunktthema umgelenkt werden. Für die bisherige Ausklammerung lebendiger Materie aus der Physik (von „physis“ = Naturlehre) gab es von vorneherein keinen logischen Grund. Die heutigen Disziplinen der Biologie haben durch historisch gefestigte Einschränkungen kein hinreichendes Ausbaupotenzial. Sie wurden aus der „Königsklasse“ der empirischen Naturwissenschaften herausgehalten und konnten keine genügende Tradition empirischer Methodik und systematischer Betrachtung entwickeln. Zudem sind heute weite Teile der akademischen Biologie stark von der Agrarindustrie beeinflusst.

2. Identifizierung und Rückbau der aktuell schädlichsten Wirkungen der Agrarmethodik als gegen die physikalischen Naturgesetze in Ökosystemen verlaufendes Schema. Da hierzu bereits hinreichende empirische Studien vorliegen, kann die Tierhaltung bzw. die Tierhaltungsindustrie als der mit weitem Abstand größte Schadfaktor der Landwirtschaft und sogar des gesamten zivilisatorischen Systems erkannt werden.[1][2] Ein zügiger Rückbau würde insbesondere in den Industriestaaten keine Unterversorgungen oder Nährstoffmängel verursachen, sodass hier der logische Anfang einer geordneten Umkehr in der evolutionären Sackgasse liegt. Umfangreiche Schritte zur systematischen Entschärfung der Problematiken rund um die „Nutzpflanzen“ und zu ihren tendenziellen Stabilisierungen als wesentliche Nahrungsgrundlage der Menschheit müssen parallel erfolgen.

3. Systematische Aufklärung neuer Generationen über die bisher verdrängten physikalischen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten ökologischer Gefüge ab dem ersten Lebensjahr. Priorität hat zunächst die Vermittlung anhand der Wirbeltiere. An diesen ist die Thematik besonders leicht verständlich und gleichzeitig liegt in der Tierhaltung der größte Schadfaktor. Sowohl die Freiheit als physikalische Regelmäßigkeit in ökologischen Gefügen als auch die dagegen verlaufende Widernatürlichkeit der Unterwerfung von „Nutztieren“ müssen altersgerecht, realistisch und intensiv erklärt werden. Schon ab dem ersten Lebensjahr kann dies etwa mittels Bilderbücher und Erzählungen funktionieren. Die anschließenden Lehrpläne müssen ununterbrochen und mit oberster Priorität („Hauptfächer“) auf eine fortschreitende Aufklärung zu den physikalischen Ordnungen in ökologischen Gefügen und den diesen zuwiderlaufenden Wirkungen der Agrarmethodik ausgerichtet werden. Dies muss mit zunehmendem Alter auch die absehbar sehr komplexen Herausforderungen rund um die „Nutzpflanzen“ einschließen.

Nun eine Zusammenfassung der erwartbaren Wirkungen:

Zu 1.: Durch Umbau und Neuausrichtung der akademischen Naturwissenschaften mit dem neuen Schwerpunkt lebendiger Materie in der empirischen Physik wird sich auf mehreren Ebenen eine tiefgreifende Zäsur vollziehen. Dies wird sich in der Findung und Umsetzung von konkreten Lösungswegen vieler durch die bisherige Ausblendung entstandener Problemstellungen auswirken. Auch wird es starke Ausstrahlungen auf die Gestaltung der Weltbilder der Allgemeinheit geben. Die erstmalige Wahrnehmung der gegenständlichen Zusammenhänge rund um die regelmäßigen Freiheitsgrade in ökologischen Gefügen und die Gesetzmäßigkeiten der freien Evolution als zentrale Teile der physischen Realität wird die Weltsicht der Menschen stark aufweiten und vertiefen. Die Zäsur wird sich folglich nicht nur weitreichend auf die Schwerpunktsetzungen in Forschung, Schulen und Universitäten auswirken, sondern auch auf die individuellen Verhaltensweisen der Menschen.

Zu 2.: Ein zügiger Rückbau der Produktion tierischer Nahrungsmittel wird unmittelbar weitreichende Entlastungen des irdischen Ökosystems bewirken. Aktuell werden u.a. sowohl überwiegende Anteile der globalen landwirtschaftlichen Flächen als auch die größten Mengen ausgebrachter Pestizide (Futtermittelproduktion) der Tierhaltung zugeordnet.[1][2] Bereits angelaufene Zusammenbrüche etwa der Populationen der Insekten als größte Fraktion des irdischen Tierreiches ließen sich folglich abbremsen oder gar anhalten. Zusätzlich reduzieren sich durch den Rückbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung die schädlichen Folgen der psychologischen Verdrängungsprozesse, wodurch bisher dort gebundene intellektuelle und weitere geistige Kapazitäten frei werden.

Zu 3.: Eine Aufklärung, die vorrangig oder gar ausschließlich auf den Ebenen der Erwachsenen ansetzt, könnte nicht hinreichend funktionieren, weil sich die unter der Verdrängung bereits verfestigten Komponenten ihrer Weltbilder ähnlich den Zutaten eines bereits fertig gebackenen Kuchens nur noch schwer korrigieren lassen. Wenn hingegen Kinder ab dem ersten Lebensjahr realistisch und mit hoher Priorität über die Zusammenhänge ökologischer Gefüge aufgeklärt werden, wird von Grund auf ein realistisches und positives Weltbild entstehen. Schon in den ersten Lebensjahren werden sich automatisch starke Tendenzen der Ablehnung von Nahrungsmitteln aus der Tierhaltung bilden. Zudem werden vielfältige weitere positive Veränderungen des Verhaltens entstehen. All dies wird sich durch emotionale Mechanismen (Beschützerinstinkt) hebelartig auf die Ebenen der Erwachsenen übertragen. Dieses Phänomen wurde als sogenannte intergenerationelle umgekehrte Übertragung von Kindern auf Erwachsene anhand der Schülerbewegung „Fridays for Future“ beobachtet und empirisch beschrieben.[3]

Und abschließend noch einige Anmerkungen:

Es wäre sehr wichtig für den Prozessschritt unter Punkt 3, dass er möglichst nicht durch Erwachsene mit ihren (vorgeprägten) Sichtweisen auf den Themenkomplex beeinflusst wird. Würde beispielsweise versucht, den beginnenden ökologischen Aufklärungsprozess neuer Generationen durch religiöse oder ethische Konzepte zu überlagern oder durch Ernährungsphilosophien wie Veganismus zu beeinflussen, käme es unweigerlich zu einer Ablenkung von dem Verständnis der aufzuklärenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten rund um die regelmäßigen Freiheitsgrade in ökologischen Gefügen und die freie Evolution. Die neuen Generationen werden durch eine nüchterne und realistische Aufklärung über die physikalischen Zusammenhänge ökologischer Gefüge ganz automatisch ein stabiles und positives Weltbild aufbauen. Ihr Verständnis vieler weltlicher Zusammenhänge wird sich schon während der Kindheit weit über das unaufgeklärter Erwachsener hinaus vergrößern und vertiefen. Sie werden dann ebenso automatisch eigene stabile und positive Entscheidungen etwa in Bezug auf ihr Konsumverhalten treffen. Dafür müssen sie nicht über die realistische Aufklärung hinaus beeinflusst oder gar indoktriniert werden.


[1] https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/globale_landflaechen_biomasse_bf_klein.pdf
[2] https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/landwirtschaft-fischerei/tierhaltung-fleischkonsum/_inhalt.html
[3] ifo Institut. https://www.ifo.de/DocDL/sd-2022-05-andres-etal-fridays-for-furture.pdf